Zu beiden Seiten einer Bank, mit Aussicht auf das Meer, sind hier ganz subtil zwei Skulpturen anwesend: Wer hier kurz anhält und eine Pause einlegt, befindet sich in ihrer Gesellschaft. Wir sehen zwei mythische Wesen als Bewacher. Meistens werden sie am Eingang eines Hauses oder Heiligtums platziert, um Unglück oder das Böse abzuwehren. Hier flankieren Sie ein Sitzensemble, das sich am Dünenweg befindet. Dadurch entsteht ein Portal, das die sitzende Person in einen anderen Geisteszustand überführt – dank des inspirierenden Blicks auf See und Himmel. Die Bewacher sind hybride Wesen in der chinesischsprachigen Welt, die mythischen Figuren und Gottheiten gehorchen. Sie sind die Schutzpatrone von Wasserwegen und Küstengemeinschaften. In den Armen der stehenden Figur sehen Sie einen Fuchs – ein Verweis auf die lokale Legende über Mong de Vos, einen Strandräuber aus De Haan.
Pei-Hsuan Wang wurde bei der Realisierung dieses Werks durch den Heimatverein Tussen Noordee en Noordzee und weitere Einwohner der Gemeinde unterstützt. Der Titel „Al Met Der Tyd“ („Alles zu seiner Zeit“) ist ein Verweis auf eine aus einem Fassadestein herausgemeißelte Inschrift, die einstmals eine Belle-Époque-Villa schmückte. Im Jahr 1890 war dies sogar eine der ersten Villen in De Haan. Heute wird der Stein im Archiv von Heemkring De Haan aufbewahrt und wurde zu dessen Logo. Dieser Sinnspruch besagt, dass man sich für sein persönliches Wachstum Zeit nehmen soll. Es ist auch ein poetischer Hinweis auf den zyklischen Charakter des Lebens am Meer, wie es auch auf Eigentümer von Familienpensionen zutrifft: Besucher kommen und gehen in Wellen, zusammen mit dem Verstreichen der Jahreszeiten.
- Material: Bronze, Betonsockel
- Abmessungen Statues: 47 x 47 x 70 cm (2x)
Künstler: Pei-Hsuan Wang
°1987 in Hsinchu, Taiwan – wohnt und arbeitet in Gent, Belgien
Pei-Hsuan Wang erforscht seit ihren Anfängen als Künstlerin ihre eigene Entwicklung als ostasiatische Frau, die von verschiedenen Kulturerscheinungen / -äußerungen beeinflusst ist. Gegen Ende ihres Teenageralters bricht sie auf eigene Faust in die USA auf, um nach ihren Studien nach Europa weiterzuziehen. So erfuhr sie bereits in frühem Alter die Unsicherheiten, die sich aus den Unterschieden zwischen verschiedenen Kulturen und Ideologien ergeben können.
Mit Hilfe von Medien wie Video, Skulptur, Zeichnungen und Installationen gibt sie diesen persönlichen Erinnerungen Raum in ihrem Œuvre und legt die Verletzungen und Widersprüche offen, die ihre Identitätsbildung begleitet haben. Pei-Hsuan Wang verwebt Elemente aus Fantasiegeschichten und Folklore Ostasiens mit der Geschichte ihrer eigenen Familie – und hier besonders der weiblichen Linie, z. B. ihrer Großmutter und ihrer kleinen Nichte. Sie sucht gezielt nach der Schönheit, während sie zwischen zwei geografischen Ankerpunkten navigiert und zeigt ihre Verwandtschaft mit mythischen Urbildern wie magischen Wachen oder hybriden Wesen. Ihre Skulpturen und Zeichnungen sind daher auch verknüpft mit Figuren in Tempeln, Kirchen oder Hausaltären, in denen Tiere und Menschen mit Flammen oder Flügeln, Schuppen und Klauen, Früchten und Blüten zu sehen sind.


