Sara Bjarland stellt brisante Fragen zu unserer Wegwerfgesellschaft. Was hat Wert: etwas, das neu ist oder gerade etwas, das Gebrauchsspuren aufweist? Sara Bjarland beschäftigt sich mit den materiellen Spuren, die die Menschen auf der Welt hinterlassen. Sie geht in Amsterdam, wo sie wohnt und arbeitet, auf Suche nach Dingen, die andere wegwerfen, um ihnen ein zweites Leben zu verleihen. Sie verwendet das, was Sie vorfindet und fügt selten etwas hinzu. In Unsichtbare Städte beschrieb Italo Calvino in den siebziger Jahren eine fiktive Stadt, Leonia, die sich täglich komplett erneuert, sodass eine Parallel-Stadt voller Abfall entsteht – ein Text, der heute prophetisch wirkt.
Monobloc-Stühle aus Plastik sind auf dem gesamten Planeten ein Sommer-Klassiker und werden oft mit Ferien und Freizeit assoziiert. Andererseits stehen sie auch für unsere Wegwerfgesellschaft. Plastik ist in der heutigen Zeit allgegenwärtig und inzwischen fast sowas wie ein Schimpfwort geworden: Es gilt als Synonym für schnell, bequem und billig – alles andere als nachhaltig, denn wir werfen ebenso impulsiv weg, wie wir kaufen. In ihrer Arbeit Monobloc Moments hat Sara Bjarland sie auf chaotische und spielerische Weise gestapelt, um ein lebendiges und organisches Bild zu schaffen, so, als ob dieser Stapel durch den Seewind geformt worden wäre und jeden Moment einstürzen könnte. Durch die Überführung der Stühle in Bronze beschert Sara Bjarland diesem Alltagsgegenstand einen dauerhaften Charakter. So verstärkt sie den Kontrast mit dem Plastik und erhebt einen banalen Gegenstand zum Kunstwerk.
- Material: Bronze
- Abmessungen: 600 cm hoch, 220 cm Durchmesser
Künstler: Sara Bjarland
°1981 in Helsinki, Finnland – lebt und arbeitet in Amsterdam, Niederlande
Für ihre Skulpturen, Installationen, Fotos und Videos sammelt Sara Bjarland weggeworfene Gegenstände oder Müll. Sie durchsucht Müllcontainer auf der Straße und in Containerparks und nimmt die schadhaften, verblassten und verschmutzten Gegenstände in ihre Obhut und ihr Atelier.
Quelle: Monobloc Moments | De Kust

